Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) by Various
2. Heft. Karlsruhe. 1878. 8.
3434 words | Chapter 66
Acta Salemitana. (Schl.) Von Dr. Baumann. -- Beitrag zur Geschichte der
Stadt Pfullendorf. (Schl.) Von Roth von Schreckenstein. -- Urkundenbuch
der Deutschordens-Commende Beuggen. (Schl.) Von Gmelin. -- Die Treffen
bei Beuggen und Warmbach und die Uebergabe von Rheinfelden an die
Weimarische Armee 1638. Von dems. -- Urkundenarchiv des Klosters
Herrenalb. Von Weech.
/Preisschriften, gekrönt und herausgegeben von der fürstl.
Jablonowski’schen Gesellschaft zu Leipzig./ Nr. XIII. der
historisch-nationalökonomischen Section.
XXI. /Dr. Pöhlmann, die Wirthschaftspolitik der Florentiner
Renaissance und das Princip der Verkehrsfreiheit./ Leipzig. 1878. 8.
VIII u. 156 Stn.
/Schlesiens Vorzeit in Bild u. Schrift./ 40. Bericht des ...
Vereines für das Museum schlesischer Alterthümer. Breslau, ausgeg...
Januar 1879. 8.
Schlesische Inschriften vom XIII. bis XVI. Jahrhundert. (Mit 8 Tafeln.)
Von Dr. H. Luchs. --
Geschichte der Stadt Greifswald und: vierzigster Jahresbericht
der /Rügisch-Pommerschen Abtheilung/ der /Gesellschaft für
Pommerische Geschichte/ und /Alterthumskunde/ von 1877-1879.
Herausgeg. von Dr. Theod. Pyl... 1879. 8. 92 Stn.
/Zeitschrift für die Geschichte und Alterthumskunde Ermlands./ Im
Namen des /historischen Vereins für Ermland/ herausg. von Dr. A.
Thiel. Jahrg. 1877 u. 1878. Sechster Band, 3. u. 4. Heft. Der ganzen
Folge 19. u. 20. Heft resp. Jahrg. Braunsberg u. Leipzig. 1878. 8.
Die Grabstätten der ermländischen Bischöfe. Von Dr. Fr. Hipler. --
Der Katalog der Bischöfe von Culm. Von Dr. C. P. Wölky. -- Pytheas.
Geographisch-historische Erörterungen über das Bernsteinland der
ältesten Zeit. Von Dr. Kolberg. -- Beiträge zur Geschichte des
preußischen Geld- u. Münzwesens. Von Dr. Jos. Bender. Vereinschronik.
/Der deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und
Genealogie./ Organ des Vereins „Herold“ in Berlin. IX. Jahrg. Nr. 11
u. 12. Berlin. 1878. 4. Mit 3 artist. Beilagen.
Vereinsangelegenheiten. -- Beiträge zur Kunde Lippischer
Adelsgeschlechter. Von J. Gr. von Oeynhausen. -- Die adelige Familie
von Schellwitz. -- Elsässische Studien. II. Wappen. Von Kindler von
Knobloch. -- Verzeichniß der Leichenpredigten im von Nostitz’schen
Familien-Archiv, deren genealogische Ausbeute Herr Ad. v. Nostitz und
Jänkendorf etc. auf Nadelwitz dem Verein zum Geschenk gemacht hat. --
Aus sächsischen Kirchen. (Forts.) Von V. O. -- Ein portugiesischer
Stammbaum. Von L. Clericus -- Aus alten Kirchen. Von Gg. S. --
Literatur Anfrage etc. etc.
/Mittheilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte und
Alterthumskunde./ Zweiter Band. 3. Heft. Dessau, 1878. 8.
Die Alterthümer Anhalts. Zusammengestellt von W. Hosäus. -- Die
frühesten urkundlichen Erwähnungen von Ortschaften Anhalts. Von Th.
Stenzel. -- Bericht über einen um 1790 abgetragenen Hügel nordwestwärts
von Ober-Peißen, der Dolzenberg genannt. Von P. Moldenhauer. -- Zwei
Bernhard-Münzen. Von Th. Elze. -- Bernhard, Peter u. Franz Niuron
und ihre Bauthätigkeit in Anhalt. Von W. Hosäus. -- Vermischtes. --
Vereinsnachrichten etc. etc.
/Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde./
Herausgeg. im Namen des Vereins von ... Dr. Ed. Jacobs. Elfter
Jahrgang. 1878. 4. Heft. Wernigerode. 1878. 8.
Zur Chronologie der Halberstädter Bischöfe. III. Von Dr. Gustav
Schmidt. -- Brockenfragen. Von Ed. Jacobs. -- Der alte Taufstein
aus der Walbecker Stiftskirche. Von Ahrens. -- Den Ort und Kloster
Drübeck betreffend. Von Ed. Jacobs. -- Plünderung des Klosters zur
Klus durch die von Warberg im markgräflichen Kriege 1553. Von dems. --
Vereinsangelegenheiten. --
Urkundenbuch der Stadt Halberstadt. Erster Theil. Herausgeg. in
Gemeinschaft mit dem /Harzverein für Gesch. und Alterthumsk./ von
der /histor. Commission der Provinz Sachsen/. Bearbeitet von Dr.
G. Schmidt. Halle. 1878. 8. XVI u. 594 Stn.
/Anzeiger für Schweizerische Alterthumskunde./ Indicateur
d’antiquités Suisses. N. 3 u. 4. Zürich. 1878. 8. (Mit 2 lith. Taf.)
Alterthümer, gefunden... beim Brückenbau in Solothurn. Von J. Amiet. --
Römische Münztöpfe. Von Urech. -- Das Rathssiegel von Klein-Basel. Von
Burckhardt. -- Urkundliches über den Werkmeister Hans Felder. Von J. R.
Rahn. -- Verzeichniß der Glasmaler von Luzern. Von Th. von Liebenau. --
Zur Geschichte der Glasmalerei. Von J. R. R. -- Façadengemälde an einem
Hause in Ernen. Von W. -- Ein neuentdeckter Schalenstein am Leberberg.
Von Fr. Rödiger. -- Schalenstein bei St. Lucius in Chur. Von C. Kind.
-- Tombeaux murés au „Chatelard.“ Von Th. Wellauer. -- Vererben
von Hausmarken. Von Dr. Th. v. Liebenau. -- Baukontrakt der Sct.
Leonhardskirche zu Basel. Von Th. Burckhardt -- Piguet. -- Hans Felder
als Werkmeister von Luzern. Von Dr. Th. von Liebenau. -- Ueber eine
Arbeit des Goldschmieds Urs Graf. Von dems. -- Kleinere Nachrichten.
Inhaltsverzeichniß vom Jahrgang 1878.
/Archiv des historischen Vereins des Kantons Bern./ IX. Band, 3.
Heft. Bern. 1878. 8.
Die Twingherrschaften bei Thüring Frickart. Von G. Studer. -- Georg v.
Laupen. Von Dr. E. Blösch. -- Vereinsangelegenheiten.
/Uettiswyl und das ehemalige Cluniacenser-Priorat daselbst./
Vortrag, gehalten an der Jahresversammlung /dess. Vereins/... von
J. Sterchi... Bern. 1878. 8.
/Katalog der Bibliothek etc. dess. Vereins./ Bern. 1876. 8.
/Katalog der Flugschriftensammlung etc. dess. Vereines./ 1876. 8.
/Mémoires couronnés et mémoires des savants étrangers/ publiés par
/l’academie royale de Belgique/. Tome XLI. Bruxelles. 1878. 4.
Sur la sculpture aux Pays-Bas pendant les XVII. et XVIII. siécles,
précédé d’un résumé historique (Mémoire couronné). Par Edmond Marchal.
/Mémoires/ de l’academie royale... Tome XLII. Bruxelles. 1878. 4.
Bibliographie analytique des principaux phénoménes subjectifs de la
vision, depuis les temps anciens jusqu’a la fin du XVIII. siécle,
suivie d’une bibliographie simple... Par J. Plateau. -- Histoire
de l’infanterie wallone sous la maison d’Espagne (1500-1800). Par
Guillaume.
/Mémoires couronnés et autres mémoires/ publiés par l’academie
royale... Collection in 8. Tome XXVIII. Bruxelles.
Mémoire historique sur la persistance du caractère national des Belges.
Par Theophile Quoidbach. -- Huit mois de la vie d’un peuple. -- Les
Pays-Bas du 1^{er} janvier au 1^{er} septembre 1566, d’après les
mémoires et les correspondances du temps. Par Charles Paillard. -- Une
page de l’histoire religieuse des Pays-Bas. -- Le procès de Pierre
Brully, successeur de Calvin, comme ministre de l’Eglise française
réformée de Strasbourg. -- Sentences prononcées contre Brully et contre
ses adhérents (Tournay, 1544-1545), d’après les papiers inédits des
Archives du royaume de Belgique. Par Charles Paillard.
/Bulletins/ de l’academie royale... 47^{me} année, 2^{me} série,
t. XLV. Bruxelles. 1878. 8. 853. Stn.
Sur une inscription d’un proconsul de la Narbonaise. Par M. de
Ceuleneer. -- Pierre Brülly, etc. Par M. Paillard. -- Sur le caractère
national des Belges. Par M. Quoidbach. --
/Annuaire de l’academie/... 1878. Quarante-quatrième année.
Bruxelles. 1878. 8.
/Compte rendu/ des séances de la /commission royale d’
histoire/, ou recueil de ses bulletins. Quatrième série. Tome
cinquième. III^{me}-V^{me} bulletin. Bruxelles. 1878. 8.
/Foreningen til Norske Fortidsmindesmerkers Bevaring./
Aarsberetning for 1877. Kristiania. 1878. 8. Mit 7 lithogr. Tafeln.
Indberedning om en Reise paa Lister 1877. Af A. Lorange. -- Meddelelse
om antikvariske undersögelser. Af R. Ziegler. -- Indberetning om
udgravninger paa Gibsund i Rygge. Af K. Bassöe. -- Fornlevninger i
Nordmöre og Romsdal. Af B. E. Bendixen. -- Udgravninger i Fjäre 1877.
Af N. Nicolaysen. -- Antikvariske notiser. Af samme.
Norske Bygninger fra Fortiden... uidgivne af /Foreningen ...
Bevaring/. Niende Hefte. Kristiania. 1878. 2. Mit 8 lithogr. Tafeln.
/Sitzungs-Berichte der Kurländischen Gesellschaft für Literatur u.
Kunst/ aus dem Jahre 1877. Mitau, 1878. 8.
Steinbeil aus Groß-Santen. Von J. Döring. -- Steinbeil aus Livenhof,
Schleifstein aus Oxeln u. Bronzen aus Pasexten. Von dems. -- Ueber
die Bildnisse des Herzogs Jakob von Kurland und seiner Gemahlin
Luise Charlotte von Brandenburg. Von dems. -- Ueber die Schlösser
Schwethof, Würzau, Ruhenthal u. Mitau, nebst biographischen Notizen
über die Bildhauer und Baumeister Rastrelli, Vater und Sohn. Von dems.
-- Der Pilskalns am Babit-See. Von dems. -- Ein Burgberg bei Bubje in
Littauen. Von Dr. Meyer. -- Ueber die Burgen Ratten, Racketen u. Racken
der livländ. Reimchronik... Von Fr. Wachsmuth. -- Amt und Stiftsburg
Angermünde. Von Döring.
Literatur.
_Neu erschienene Werke._
4) /Studien an den Grabstätten alter Geschlechter der Steiermark
und Kärntens von Leopold von Beckh-Widmanstetter./ 218 Seiten mit
4 Stammbäumen, 2 Ahnentafeln und 4 Tafeln mit photolithographischen
Abbildungen von alten Grabdenkmalen. Berlin 1877-78 (als
Separatabdruck der Vierteljahresschrift des „Herold“) in Commission
bei Karl Wohlfarth in Graz.
Das vorliegende Buch bildet zum Theile einen Anschluß an die im
„Anzeiger“ 1872, Nr. 7 besprochene Abhandlung desselben Verfassers:
Ulrich’s v. Liechtenstein, des Minnesängers, Grabmal auf der
Frauenburg. Darum mag dasselbe, so wie jene, billigerweise an
dieser Stelle kurze Erwähnung finden. Indem der Verfasser das Leben
der Familien in Parallele zu dem der Einzelngeschöpfe als jenem
feststehendem Gesetze der Natur unterworfen hinstellt, welches allen
Wesen eine Periode des Keimens, der Blüthe und des Verfalls zutheilt,
-- erschließt er uns in dieser Beleuchtung an der Hand der Grabdenkmale
ein durch viele merkwürdige Verknüpfungen und wichtige historische
Thatsachen gehobenes Lebensgemälde von 4 Familien der Steiermark und
Kärntens, die allesammt, wenn auch in verschiedener Richtung und zu
verschiedenen Zeiten, einen beneideten Höhepunkt des Ruhmes oder auch
wirthschaftlichen Ranges erlangten. Von diesen Familien standen die
ersten drei: I. Liechtenstein zu Murau, II. Teuffenbach zu Teuffenbach,
III. Neuman von Wasserleonburg, miteinander in Verwandtschaft, auch
gehörten sie ihrem Ursprunge nach sämmtlich dem westlichen Winkel des
obersteierischen Murgebietes an. Die IV. Abtheilung ist dem berühmten
steierischen Hause der Fürsten zu Eggenberg, Herzoge zu Krumau,
gewidmet.
Wir bemerken, daß der bisher dunkle Ausgang der Nachkommenschaft des
ritterlichen Minnesängers Ulrich v. Liechtenstein, soweit dies noch
möglich war, vom Verfasser nun aufgeklärt wurde: daß derselbe es war,
welcher die Sammlung und Erhaltung der in der Kirche zu Teuffenbach
zerklüftet und verstreut der Verkümmerung preisgegebenen Grabdenkmale
des gleichnamigen Geschlechtes bewirkte, so daß nun das kleine
Kirchlein 17 gut conservierte Grabdenkmale dieser einst mächtigen
Familie birgt; daß der der Familie Neuman gewidmete Theil durch die
sechsmalige Verehelichung der reichen Erbtochter Anna Neuman mit
Cavalieren ausgezeichnetsten Ranges, die interessantesten persönlichen
Berührungen erschließt, und daß ähnliche Verhältnisse auch in der dem
Fürstenhause Eggenberge gewidmeten ausführlichen Darstellung sich
abheben.
Die Grab- und sonstigen Denkmäler der genannten Familien, soweit
sich solche noch vorfinden, sind ausführlich beschrieben, die in
künstlerischer oder historischer Beziehung beachtenswertheren in
gelungenen Abbildungen beigegeben.
5) /Wappen des österreichischen Herrscherhauses./ Von den
Originalmodeln im Besitze der kunsthistorischen Sammlungen des
allerhöchsten Kaiserhauses abgedruckt und herausgegeben mit
Genehmigung Seiner Excellenz des Herrn Grafen /Franz Folliot de
Crenneville/, Feldzeugmeister, Oberstkämmerer Sr. Majestät des
Kaisers etc. etc. Eleph. 1. Wien, 1878. 4 Stn. u. 29 Tafeln.
Zu den aus der Vorzeit uns aufbewahrten Schätzen, welche besonderer
Beachtung werth sind, gehören auch die Originalstöcke, von denen
einstens die uns so sehr erfreuenden Holzschnitte abgedruckt worden
sind. Die Zahl dieser Denkmale ist sehr groß und die meisten
Kupferstichsammlungen besitzen ansehnliche Vorräthe, die es erlauben,
heute wieder neue Auflagen davon zu veranstalten. Daß im Besitze
eines Fürstenhauses, wie das österreichische Kaiserhaus, welches
während mancher Jahrhunderte in der Förderung jeder Kunst den andern
vorangieng, vieles derart vorhanden ist, liegt auf der Hand. Erfreulich
ist es aber, daß diese Stöcke auch zur Veranstaltung neuer Auflagen
thatsächlich benutzt werden. So sind ja, um etwas zu nennen, die
Holzschnitte zum Weißkunig, jene zu Dürers Ehrenpforte erst durch
die schon vor manchen Jahrzehnten veranstalteten neuen Abdrücke
verbreitet worden. Eine Serie, welche zwar an Bedeutung den genannten
nicht vollständig ebenbürtig ist, welche aber durch ihre Darstellung
gerade heute ein ganz ungewöhnliches Interesse erregen muß, ist die
in dem oben angeführten Werke dem Publikum übergebene, durch deren
Veröffentlichung Graf Crenneville zu den vielen Verdiensten um die
Kunstpflege ein neues sich erworben hat.
Es fanden sich 34 Stücke, 2 Eckstücke und 4 Leisten in großem
Maßstabe, die (die Eckstücke doppelt abgedruckt) einen Rahmen geben,
in welchen eine 54 cm. breite, 63,5 cm. hohe Tafel mit rhombischem
Ausschnitte paßt, in den wiederum die andern Stöcke mit Wappenfiguren
eingesetzt werden können. Im Stile an Jost Ammanns Weise erinnernd,
sind die Zeichnungen in energischen Konturen ausgeführt, so daß leicht
eine Kolorierung derselben hinzutreten konnte. Es sind auf den 26
rhombischen Tafeln die Wappen von Böhmen, Burgau, Burgund, Castilien,
Cilly, Dalmatien, Deutscher Orden, Elsaß, Görz, Granada, Kärnthen,
Krain, Kyburg, Mähren, Oesterreich ob der Enns, Oesterreich unter
der Enns, Pfyrt, Portenau, Schwaben, Serbien, Sicilien, Slavonien,
Steiermark, Tirol, Ungarn und der windischen Mark dargestellt.
Diese großen Stöcke sind hier vortrefflich abgedruckt. Es mögen,
wie der beigegebene Text aus Dr. Ilg’s sachkundiger Feder sagt,
vielleicht ursprünglich deren noch mehrere gewesen sein, da kaum der
österreichische Bindenschild und der habsburgische Löwe gefehlt haben
dürften. Leider kann uns der Verfasser über die Herkunft nichts melden,
als daß sie wol auf Bestellung des Erzherzogs Maximilian III. zwischen
1602 und 1618 gefertigt sind, und wol als Tapetenmodel dienten, dic,
auf Leinwand gedruckt, bestimmt waren, etwa den Fries eines Saales zu
bilden, während er die Annahme zurückweist, daß sie zur Herstellung von
Emblemen auf Fackeln, Lanzenschäften, Katafalken und Tribünen gedient
hätten. Uns will es indessen bedünken, als ob zur blos einmaligen
Herstellung eines Saalfrieses kaum die Technik des Modeldruckes gewählt
worden wäre, daß die Stöcke doch vielleicht in vielen Exemplaren
abgedruckt, verwendet werden sollten, so oft man sie brauchte, daß
die damit bedruckten Tücher die Brüstungen von Tribünen schmückten,
vielleicht auch die Model, auf Seide gedruckt, Fahnen liefern sollten.
A. E.
Vermischte Nachrichten.
15) /Regensburg./ Unlängst wurde dahier durch Zufall eine
höchst interessante archäologische Beobachtung gemacht, welche wohl
Anspruch auf Neuheit erheben darf. Bekanntlich sind die auf römischen
Todtenfeldern ausgegrabenen /Urnen/, welche die Knochenreste
verbrannter Leichen enthalten, oftmals mit Thonschalen bedeckt, deren
eigentlicher Zweck -- wie bereits vor längerer Zeit schon vermuthet
wurde -- in der Aufnahme von Räucherwerk während der Leichenverbrennung
bestand. Nun war aber der um die Alterthumskunde der Oberpfalz und von
Regensburg in der prähistorischen und römischen Zeit hochverdiente
freiresignierte Pfarrer Dahlem jüngsthin so glücklich, folgende
Erfahrung zu machen. Derselbe hatte nämlich eine frischgekittete
Thonschale der besagten Art zum Zwecke des Trocknens auf einen warmen
Ofen gestellt, und als er mehr und mehr einen ungewöhnlichen Wohlgeruch
bemerkte, überzeugte er sich bald, daß derselbe von der Schale auf
dem Ofen herrühre. Hiermit ist nun der evidenteste Beweis geliefert,
daß das mehrfach erwähnte Gefäß ehemals zum Räuchern gedient, indem
die Ingredienzien, welche es vor länger als anderthalbtausend Jahren
enthielt, sich selbst durch ihren noch frischen Geruch verriethen.
Derselbe soll übrigens demjenigen des Storax ähnlich gewesen sein.
(Nürnberger Presse, Nr. 27.)
16) Die „Bonner Zeitung“ schreibt: „Bei den wieder aufgenommenen
/Ausgrabungen des hiesigen römischen Castrums/ wurde in den
letzten Tagen am Wichelshof in einer Tiefe von 7 Fuß ein Fundament
gefunden, welches sich durch die darüber liegenden Theile großer Säulen
als Ueberreste nicht allein eines hervorragenden Bauwerks, sondern
wahrscheinlich eines prächtigen Tempels darstellen wird. Die ionischen
Säulen von Jurakalk, welche nach der Weite ihrer Schäfte auf eine Höhe
von ca. 11 Fuß schließen lassen, haben Kapitäle, wie sie in dieser
Schönheit an rheinischen Römerbauten kaum anderwärts vorgekommen sind.
In hohem Grade rechtfertigt der neue Fund die vom Professor aus’m
Weerth in seinem Vortrage am letzten Winkelmannsfeste ausgesprochene
Ansicht, daß das Bonner Castrum in architektonischer Hinsicht nach
der Zahl und Art seiner Gebäude das bedeutendste unter den bisher
bekannt gewordenen ähnlichen Anlagen sei. Ein gleichzeitig gefundenes
Inschriftfragment der ersten Kaiserzeit wird, wenn sich die dazu
gehörigen Stücke finden, vielleicht Auskunft über den Zweck des Baues
ertheilen. Die vollständige Aufdeckung des Bauwerks ist beschlossen,
und es sollen -- wie wir hören -- Kenner und Freunde des Alterthums zu
dessen Besichtigung zur Zeit eingeladen werden.“
(Nordd. allg. Zeitung, Nr. 37.)
17) In Wien hat man bei der Terrain-Regulierung, die gegenwärtig nächst
der Votivkirche vorgenommen wird, eine /Aschenkiste/ aus Stein,
wahrscheinlich aus römischer Zeit, zu Tage gefördert. Die Kiste ist
aus einem Stück Stein gehauen und enthielt Knochenreste und eine
große Menge interessanter antiker Gegenstände: Thonkrüge, Spangen,
Brochen, Ringe, Nadeln. Die Thonkrüge sind nur einige Zoll hoch,
mit Henkeln versehen und tragen Zeichnungen, welche ein tätowiertes
Antlitz vorstellen. Die Schmuckgegenstände sind mit einer solchen
Patinaschichte bedeckt, daß man noch nicht erkennen konnte, ob sie
aus Silber oder Bronze gearbeitet sind. Vorläufig wurde der Fund im
städtischen Archiv deponiert.
(Korresp. v. u. f. D., Nr. 90)
18) Als ansehnliches Geschenk eines Privatmannes, des Hrn. Albert
Katz in Görlitz, ist dem /Deutschen Gewerbemuseum/ neuerdings
ein werthvolles Denkmal deutschen Kunstfleißes zugeführt worden,
dem bereits die Gefahr drohte, ins Ausland, und zwar nach Holland,
verkauft zu werden. Es ist eine, abgesehen von einzelnen gegossenen
und ciselierten Details, in getriebener Arbeit hergestellte und
theilweise vergoldete /Silberstatuette des heil. Georg/, die,
bisher in Elbing befindlich, von einem dortigen Meister im 15.
Jahrhundert angefertigt wurde und ursprünglich als Reliquiarium diente.
Ihre Basis, die von drei kleinen, aus krausem gothischen Blattwerk
emporwachsenden Figuren wilder Männer getragen wird, stellt sich als
ein leichtgewölbter, von einem zierlich gearbeiteten Gehege eingefaßter
Hügel dar, der, durch allerhand kriechendes und kletterndes, in
winzigem Maßstab gebildetes Gethier belebt, als Behausung des Drachen
gedacht ist und durch einen Todtenschädel nebst übereinanderliegendem
Gebein auf das von diesem ausgehende Verderben hindeutet. Inmitten
dieses sorglich durchgeführten Terrains, aus dem seitwärts die
reich ornamentierte, meist durch einen Krystall geschlossene, jetzt
dieser Decke sowohl wie des ehemaligen Inhalts beraubte cylindrische
Reliquienkapsel heraustritt, ragt die Gestalt des jugendlichen Ritters
empor, dessen Speer an dem Schuppenpanzer des Feindes bereits in
Stücke zerschellt ist. In schwerer Schienenrüstung auf dem Rücken
des bekämpften Ungethüms dastehend, hält er in der gesenkten Linken
den Schild, während die Rechte, mit einem kurzen, krummen Schwert
bewaffnet, zum Streich ausholt. Bei aller Bewegtheit der Scene geht
indeß die Komposition der Figur weniger auf eine realistische Wahrheit
in der Schilderung der dargestellten Aktion, als vielmehr auf die
Erzielung einer ruhigen statuarischen Haltung aus, die sich auch darin
bekundet, wie dem emporgereckten, den herabhangenden Schild mit den
Zähnen packenden Rachen auf der anderen Seite der hochaufgeringelte
Schwanz des sich am Boden windenden Ungeheuers das Gleichgewicht hält.
In ihrer eigenthümlich zierlichen und schmiegsamen, bei fast herber
Knappheit der Formen eine graziöse Anmuth und Eleganz anstrebenden
Bewegung ist die Figur dabei eben so sehr eine charakteristische Probe
der Kunstweise des späteren gothischen Stils wie in der Gediegenheit
und Delikatesse der Arbeit ein treffliches Meisterwerk technischer
Behandlung. Einen ganz besonderen Reiz aber gewinnt sie endlich noch
dadurch, daß sie in sämmtlichen Details der Tracht, wie u. A. in
dem seltsamen, aus einer Schnur gedrehten, oberhalb der Stirn eine
phantastische Blume befestigenden Kranz, der das lange Gelock des
Ritters umschließt, das Profankostüm der Zeit vollständig getreu
wiedergibt, was sie im Hinblick auf verwandte Arbeiten als ein
außerordentlich seltenes und doppelt bemerkenswerthes Stück erscheinen
läßt.
(D. Reichsanz., Nr. 23.)
19) In /Berlin/ wird im Laufe des Frühlings eine Ausstellung
von Originalaufnahmen interessanter Werke der Vorzeit aus den Mappen
deutscher Architekten stattfinden. Aus der großen Zahl der Studien,
welche dieselben alljährlich, insbesondere aber nach Abschluß ihrer
akademischen Studien auf den durch die Fachbildung bedingten Reisen
machen, wird zwar mitunter etwas für irgend eine fachmännische
Zeitschrift verwerthet; das Meiste aber ruht, nur dem eigenen Gebrauche
zugänglich, in Mappen und Skizzenbüchern. Hier sollen nun diese Quellen
einmal erschlossen werden als Ergänzung zu den durch die Literatur
sich bietenden Studien zur Kunstgeschichte. Man beabsichtigt, nicht
blos sorgfältig ausgeführte Zeichnungen, sondern bei weniger bekannten
Werken auch leichte Skizzen aufzunehmen, wo sorgfältige Zeichnungen
nicht zu bekommen sind. Es wird sich auf diese Weise ohne Zweifel
eine Uebersicht über den Jahrtausende langen Entwickelungsgang der
Architektur, neben ihr der dekorativen Kunst und des Kunsthandwerkes
ergeben. Hoffentlich wird, trotz der steten Sehnsucht unserer
Architekten nach Süden, die unsere Bauweise mitunter mehr als nöthig
und billig in „klassische“ Bahnen gelenkt hat, durch die junge
Generation auch das Vaterland nicht vergessen und werden auch die
nationalen Schätze der eigenen Vorzeit würdig vertreten sein.
=Hamburger Kirchenordnung von 1529.= Sollte sich irgendwo,
in öffentlichem oder privatem Besitz, eine ältere Handschrift
von =Johannes Bugenhagen: Der Erbaren Stadt Hamborg Christlike
Ordeninge= vom Jahre 1529 in =niederdeutscher= Sprache finden
(vgl. Richter, d. evang. Kirchenordnungen, 1. Bd., S. 127 und Schürer,
theolog. Literaturzeitung 1877, Nr. 25, Sp. 669), so möchte der
Unterzeichnete bitten, ihm davon Mittheilung zu machen; namentlich
Handschriften aus dem 16. Jahrh. wären sehr erwünscht.
=Hamburg= (Pastorenstr. 13), Februar 1879.
=Carl Bertheau=, Pastor zu St. Michaelis.
=Anfrage.= In J. F. Gmelin’s Geschichte der Chemie (I. Bd.
Göttingen, 1797) Seite 48 ist bezüglich einer, den Ulrich von der
Sulzburg (welcher Alchemist war und 1286 in der Kirche zu St. Jakob in
Nürnberg begraben wurde) betreffenden Angabe citiert: „Sulzburgisches
Stammbuch S. 29,“ welches Werk nicht aufzufinden ist. Diejenigen
geehrten Herren, welche in der Lage sein sollten, über dasselbe
Auskunft zu ertheilen, werden gebeten, dem germanischen Museum hievon
gütigst Mittheilung zu machen.
Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.
ANZEIGER
FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.
[Illustration]
=Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate
erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten
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incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuss oder 6 _M_.
Für _Frankreich_ abonniert man in Paris bei der deutschen
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für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.
Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des
Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.
Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
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