Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) by Various
1879. Forts. -- Glaskelche und Glaspatenen. Vortrag von Carl Friedrich.
2526 words | Chapter 273
-- Kleine Mittheilungen.
/Kunst und Gewerbe./ Wochenschrift zur Förderung deutscher
Kunst-Industrie, herausgeg. v. /bayrischen Gewerbemuseum/ zu
Nürnberg, redig. v. Dr. O. v. Schorn. XIII. Jahrg., 1879. Nr. 39-42.
Nürnberg, 1879. 8.
Die Blechindustrie und ihre gegenwärtige Ausstellung in Nürnberg.
(Frts. und Schluß.) -- Kleine Nachrichten. -- Literatur etc. --
Abbildungen: Vom Chorstuhlwerk aus St. Giorgio maggiore in Venedig.
-- Aus der Sammlung der Handzeichnungen in den Uffizien zu Florenz.
-- Füllung vom 16. Jhdt. -- Pergamentpressung einer Buchdecke des 16.
Jhdts. -- Candelaber vom 16. Jhdt. -- Stoffmuster vom 17. Jahrh. --
Vasen, comp. von Stefan de la Bella († 1664). --
/Mittheilungen des bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./
Beiblatt zur Wochenschrift: /Kunst und Gewerbe./ Redigirt von Dr.
O. von Schorn. Sechster Jahrgang. 1879. Nr. 19, 20 u. 21.
Bekanntmachungen, Anzeigen etc.
/Société pour la conservation des monuments historiques d’Alsace./
/Hortus deliciarum/ par l’abbesse Herrade de Landsperg.
Reproduction héliographique d’une série de miniatures, calquées sur
l’original de ce manuscrit du douzième siècle.
Texte explicatif par le chanoine A. Straub. Livraison I. Planches 1-10.
2.
/Correspondenzblatt des Gesammtvereins der deutschen Geschichts- und
Alterthumsvereine./ Herausgegeben von dem Verwaltungsausschusse des
Gesammtvereins in Darmstadt. Siebenundzwanzigster Jahrgang, 1879. Nr. 7
u. 8, Juli u. August. 4.
Wandgemälde aus dem Kaufhause zu Mainz. Mit Abbild. Von Friedr.
Schneider. -- Trajanische Anlagen am Neckar und Main. Von Carl
Christ. -- Alte Glashütten bei Heidelberg. Von dems. -- Mainzer
Geschichtsforscher des 17. Jhdts. Volusius † 1679; Freyspach †
1651; Engels † 1674 u. Nic. Bickard. Von Falk. -- Der Eßlinger
Neckarbrückenablaß 1286. Von dems. -- Wirksamkeit der einzelnen
Vereine. -- Literatur. -- Notizen. -- Bemerkungen zu der Frage nach
den Hinkelsteinen u. s. w. Von Carl Christ. -- General-Versammlung des
Gesammtvereins.
/Blätter für Münzfreunde./ Numismatische Zeitung. Organ des
/Münzforscher-Vereins/. Herausgeg. von H. Grote. Fünfzehnter
Jahrgang. Nr. 79. Vom 1. October 1879. Leipzig, 1879. 4.
Die Heimath der Bracteaten mit gekröntem Kopfe. I. Von Max Schmidt. --
Der Trebitzer Bracteat Nr. 4 und sein Seitenstück gräfl. Brena’schen
Gepräges. Eine Erwiderung von Dr. A. Erbstein. (Schl.) „Dütchen“ Von J.
Kürschner. -- Berichtigung zu Tafel 58. Von Dr. J. Erbstein. -- Jetons
von Oesterreich und Wolkenstein. Von Dr. A. Busson. -- Literatur. --
Miscellen etc.
/Monatsbericht der königl. preußischen Akademie der Wissenschaften zu
Berlin/, Juni 1879. Berlin, 1879. 8. Mit 3 Tafeln. S. 443-518.
/Monatshefte für Musikgeschichte herausgegeben von der Gesellschaft
für Musikforschung./ XI. Jahrg. 1879. Nr. 9 u. 10. Berlin, 1879. 8.
Nebst einer lithogr. Notenbeilage.
Hermann Finck über die Kunst des Singens, 1556. Von R. Eitner. (Schl.)
-- Maria Antonia Walpurgis, Kurfürstin von Sachsen. Eine biograph.
Skizze von Moritz Fürstenau. -- Mittheilungen.
/Jahrbuch für schweizerische Geschichte/, herausgegeben auf
Veranstaltung der /allgemeinen geschichtforschenden Gesellschaft der
Schweiz/. Vierter Band. Neue Folge des Archivs für schweizerische
Geschichte. Zürich, 1879. 8.
Vereinsangelegenheiten. -- Das sogenannte Waldmannische Concordat. Von
Franz Rohrer. Beilagen dazu. -- Die Ursachen des alten Zürichkrieges in
ihren Grundzügen. Von Jos. Ludw. Aebi. Die Erbauung der Stadt Versoix,
vorzüglich nach den Acten des Berner Archives. Von Dr. Emil Blösch.
(Mit einem Plan.) Beilagen hiezu. -- Die Alpenpässe im Mittelalter. Von
Dr. E. Oehlmann. Beilagen dazu.
/Indicateur d’histoire Suisse publié par la société générale
d’histoire Suisse./ Dixième année. 1879; Nr. 3. Solothurn. 1879. 8.
Zur ältesten alamannischen Geschichte. 3. Kämpfe in der Zeit des
Kaisers Aurelian. Von Dr. G. Meyer von Knonau. -- Päpstliche Urkunde
für das Kloster Wettingen 1232. Von Alfr. Frei. -- Ostschweizerische
Chronik von 1442-1448. Von Dr. Th. von Liebenau. -- Zum Volksspruche
von Herzog Karl von Burgund. Von dems. -- Das Stadtarchiv in Aarau.
Von Dr. H. Boos. -- La regiquine. Von Dr. L. Tobler. -- Urkunde
zur Geschichte des Johanniter-Ordens 1446. Von F. Fiala. -- Samuel
Apiarius, der älteste Buchdrucker Solothurns, 1565-1566. Von Fr. Jos.
Schiffmann. -- Les étudiants Suisses à Montpellier (1585-1795). Von Ch.
Le Fort.
/Beiträge zur Geschichte der Kunst und des Kunsthandwerks in Bern im
15., 16. und 17. Jahrhundert./ Herausgegeben von der /Bernischen
Künstlergesellschaft/ zur Eröffnung des Kunstmuseums. Mit Abbildung.
Bern, 1879. hoch 4. 110 Seiten.
/Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde./ Indicateur
d’antiquités Suisses. N. 2. Zürich, April 1879. 8. Mit 3 lithogr.
Tafeln.
La pierre à écuelles des Prises. Par F. Imer. -- Schalenstein bei
Ilanz. Von J. Gartmann. -- Les Ténevières artificielles des cites
lacustres. Par F. A. Forel. -- Vorhistorische Funde aus dem Aargau.
Von B. Räber. -- Un étrier en bronze. Par Gross. -- Die Grabhügel im
Oberholz bei Kallnach. Von Edm. von Fellenberg. -- Fresken in der
Kirche von Valeria zu Sitten. Von Raphael Ritz. -- Ordnung für die
Schneider in Luzern vom J. 1488. Von Th. von Liebenau. -- Kupferstecher
Martin Martini. Von dems. -- Kleinere Nachrichten. -- Literatur.
/Das psalterium aureum von Sanct Gallen./ Ein Beitrag zur
Geschichte der Karolingischen Miniaturmalerei. Mit Text von J. Rudolf
Rahn. Herausgeg. vom /histor. Verein des Kantons St. Gallen/. Mit
XVIII Tafeln.... St. Gallen... Huber & Cie. 1878. 2. 67 Stn.
Literatur.
_Neu erschienene Werke._
16) /Schäfer, Ausgrabung römischer Reste in Heidelberg/;
veröffentlicht im Auftrag Gr. Ministeriums des Innern durch den
Conservator der öffentlichen Baudenkmale. Karlsruhe, 1878. 16 Seiten
in Folio mit einer Uebersichtskarte und 4 Beilagen (lithographiert.
Nicht im Buchhandel.)
Bekanntlich wurden in den Jahren 1875-78, gelegentlich der Erbauung
des akademischen Spitals und der Irrenklinik in Heidelberg, auf dem
Territorium des, längst als Fundstätte römischer Alterthümer bekannten,
eingegangenen Dorfes Bergheim die Reste einer ausgedehnten römischen
Niederlassung aufgedeckt, welche das Interesse der Archäologen in hohem
Maße in Anspruch nahmen. Auf dem Hochgestade des linken Neckarufers,
zu beiden Seiten der von Speier nach Heidelberg führenden römischen
Heerstraße, welche auf eine größere Strecke bloßgelegt wurde, fanden
sich durchschnittlich 0,8 M. unter der heutigen Oberfläche zahlreiche,
theils noch trefflich erhaltene gemauerte Kellerräume, zweifellos die
Souterrains ehemaliger Wohngebäude. Da sich von letzteren keinerlei
Trümmer (abgesehen von Dachziegeln) vorfanden, so ist anzunehmen, daß
dies leichte Holzbauten waren, s. g. canabae, wie sie von ausgedienten
Legionaren und bürgerlichen Gewerbtreibenden, (canabenses), die sich
in der Nähe von Militärstationen ansiedelten, errichtet zu werden
pflegten. Daß sich unserer Ansiedelung gegenüber, auf dem rechten
Ufer des Neckars, bei Neuenheim eine Militärstation befand, ist durch
zahlreiche Funde von Stempeln der VIII., XIV., XXI. und namentlich
XXII. Legion verbürgt; die Heidelberger Niederlassung war also
gewissermaßen die bürgerliche Vorstadt dieses Lagers. Außer jenen
Kellerräumen fanden sich auch gewerbliche Anlagen, nämlich mehrere zum
Theil wohlerhaltene Töpferöfen, ferner ein Votivstein zu Ehren des
Jupiter, (ein im Neckar gefundener Neptunsaltar, vgl. Bonner Jahrb.
LXII. 20, ist, weil nicht dem eigentlichen Ausgrabungsgebiet angehörig,
nicht in die Beschreibung aufgenommen), Terracotten und sonstige
Töpferwaaren, namentlich auch aus terra sigillata, Münzen und eine
Reihe kleinerer Geräthe. Wohl die wichtigsten Funde waren aber die
acht von der civitas Ulpia Severiana Nemetum den jeweiligen Kaisern,
bezw. Thronfolgern (Caesaren) gesetzten Meilensteine aus der Periode
von 220-254 p. Chr.; sieben derselben lagen in einem der oben genannten
Kellerräume, der zuletzt gefundene 8. in dem Schacht eines gleichfalls
aufgedeckten römischen Brunnens. Sie zeigen sämmtlich die Entfernung
von Lopodunum (Ladenburg) an, und zwar mit 4 leugen: a Lopoduno leug.
IV.; dies ist gerade die Entfernung von Heidelberg nach Ladenburg,
woraus folgt, daß der Fundort auch der ursprüngliche Aufstellungsort
der Steine ist.
Im Verfolg der römischen Straße gelang es auch, die Substructionen der
römischen Brücke über den Neckar, gerade bei unserer Ansiedelung, und
damit die Verbindung der linksseitigen mit der rechtsseitigen, von
Ladenburg nach Neuenheim führenden Römerstraße festzustellen; sowie
es ferner gelang, durch die Widmungsinschriften der Meilensteine die
politische Zugehörigkeit unserer Ansiedelung zu dem Bezirk der civitas
Ulpia Severiana Nemetum, deren Hauptort Lopodunum war, nachzuweisen.
Diese Funde erfuhren schon mehrfach wissenschaftliche Bearbeitungen;
wir verweisen namentlich auf die Bonner Jahrbücher Heft LXI,
S. 10; LXII, S. 7 u. 18; LXIV, S. 33 u. 62; eine übersichtliche
Gesammtdarstellung fehlte jedoch (der leider zu früh verstorbene
Geheime Hofrath Stark in Heidelberg beabsichtigte eine solche); wir
haben sie nunmehr in dem Eingangs erwähnten Schriftchen erhalten.
Der Herr Verfasser, welcher in seiner Eigenschaft als
Bezirksbauinspektor in Heidelberg die Ausgrabungen selbst leitete und
dessen rastlosem Eifer und systematischen Anordnungen die erzielten
Resultate hauptsächlich zu verdanken sind, gibt uns hier zum ersten
Male nicht nur eine vollständige Uebersicht der Funde, sondern auch
eine eingehende Fundgeschichte, unter Darlegung der Gesichtspunkte,
nach welchen bei solchen Ausgrabungen, sollen sie anders ihren Zweck
erfüllen, zu verfahren ist. Gerade in dieser Hinsicht enthält die
Schrift manchen beherzigenswerthen Wink.
Die einzelnen Fundobjekte werden einer eingehenden Besprechung,
namentlich auch vom technischen Standpunkte aus, unterworfen, und
sind die in dieser Richtung vom Verfasser gegebenen Aufschlüsse auch
für den Archäologen vom Fach eben so interessant als lehrreich. Die
Inschriften werden in sorgfältigen Texten, zwei auch in Auflösungen,
mitgetheilt; im Uebrigen war es nicht Zweck des Verfassers, sich in
kritische Untersuchungen über diesen Theil der Funde einzulassen; es
konnte dies um so mehr unterbleiben, als gerade über die Inschriften
schon eine ziemlich umfangreiche Literatur existiert. Wir unterlassen
es deshalb auch, auf einige, übrigens unbedeutende Abweichungen
von den Originalen einzugehen, und fügen nur bei, daß in Ziff. I,
Zeile 7 statt POTEST . ITER zu lesen ist POTESTI . TER; in Ziff. 6, Z. 2
statt ETRVSCO: ET.RVCO und ibid. Zeile 5 statt CAESARI: CAESAI und
in Ziff. 7, Zeile 1 statt IMP . CAES: IMPP . CAE. Im Ganzen betrug die
epigraphische Ausbeute (abgesehen von zahlreichen Töpferstempeln, deren
Herr Schäfer eine Menge mittheilt) 9 Inschriften; hievon entfallen 8
auf die Meilensteine, eine auf den Votivaltar des Jupiter. Ohne auf
Einzelheiten, die an den oben citierten Stellen nachgelesen werden
können, einzugehen, sei nur erwähnt, daß sich die Widmungsinschriften
auf den Meilensteinen, nach welchen deren Datierung möglich ist,
auf folgende Kaiser bezw. Cäsaren beziehen: Elagabal (220), Severus
Alexander (222), Maximinus (235), Gordianus III. (238), beide Philippus
(246), Decius der ältere (249), Decius der jüngere (250), Valerianus
und Gallienus (254). --
Die Schrift des Herrn Schäfer ist in Gestalt eines Berichts an das
Großh. badische Ministerium des Innern abgefaßt; die letztere Stelle,
welche ihr hohes Interesse an der Erforschung der vaterländischen
Geschichte schon während der Ausgrabungen durch Gewährung der
erforderlichen Mittel bethätigte, hat sich ein weiteres Verdienst
dadurch erworben, daß sie die Publikation dieses Berichts anordnete
und den Großh. Conservator in Karlsruhe mit dem Vollzug beauftragte;
dem Letzteren ist die vorzügliche Ausstattung des Werkchens, speziell
des graphischen Theils, zu danken. Möge das patriotische Beispiel der
badischen Regierung thunlichst Nachahmung finden, möge es aber auch dem
wissenschaftlichen Eifer des Herrn Schäfer gelingen, bei der, wie wir
hören, nahe bevorstehenden Wiederaufnahme der Ausgrabungen ähnliche
interessante Resultate wie bisher zu erzielen.
/Mannheim./ C.
Vermischte Nachrichten.
127) Im Juli d. J. fanden zwei Arbeiter auf dem Vorwerke Dorotheenhof
des Rittergutes Sypniewo eine Packung größerer Steine, die, in eine
Vertiefung der Erde gesetzt, in der Mitte eine Höhlung offen ließ, in
welcher ein 18 cm. hoher bronzener Kessel mit Henkeln stand, der, aus
einem Stücke Blech getrieben und mit einem flachen Steine bedeckt, die
Reste eines Mannes und einer Frau nebst interessanten Beigaben von
Gold, Bronze und Glas und Kreide enthielt, deren Bestimmung theilweise
noch räthselhaft ist. Der Besitzer des Gutes, Herr Wilckens, übergab
die Stücke dem historischen Vereine zu Marienwerder, dessen Vorstand
eine genaue Beschreibung der Fundgegenstände wie des Vorganges beim
Funde als Circular veröffentlicht und um Nachrichten über ähnliche
Funde, sowie deren Herkunft ersucht hat.
128) /Geiselhöring/, 12. November. Ein /seltener Fund/
wurde kürzlich auf einem Acker nächst /Rügshofen/ gemacht. Beim
Aufsuchen einer sog. Sandader stieß man in einer Tiefe von einem
Meter auf fünf im Sande lagernde, noch gut erhaltene /menschliche
Skelette/, welche im Kreise -- die Schädel nach außen gerichtet
-- ruhten; innerhalb des Kreises fand man eine irdene Urne, eine
eigenthümlich geformte, jedoch vom Rost stark beschädigte eiserne Axt
und Theile eines eisernen Spießes.
(Nürnb. Anz., Nr. 318.)
129) Der nassauische Alterthumsverein hat, wie die Oktobernummer des
Correspondenzblattes des Ges.-Ver. d. d. Gesch.-Ver. meldet, jüngst
einen germanischen Grabhügel in den Sonnenberger Fichten untersucht,
der sich als ehemals von einer Trockenmauer von 1 Meter Stärke
umgeben zeigte und an verschiedenen Stellen Reste von Kohlen, Asche
und zerstreuten Topfscherben enthielt, aus denen hervorgeht, dass zu
verschiedenen Zeiten die verbrannten Ueberreste da und dort innerhalb
der Ringmauer im gemeinsamen Hügel beigesetzt worden waren.
130) Die Wormser Ztg. macht in ihrer Nr. 262 auf Ausgrabungen
aufmerksam, welche mehrere Herren in der Nähe des Weinsheimer
Zollhauses vorgenommen haben und durch welche Spuren römischer
Niederlassungen aufgedeckt wurden. An Fundstücken ergaben sich römische
Münzen, Gefäßscherben, Ziegelstücke, behauene Steine, ein kleiner
Mühlstein u. A. Als das wichtigste bezeichnet die W. Ztg. Reste von
Wandverputz mit Malerei. Weitere Ausgrabungen können erst zuverlässige
Schlüsse auf die Bedeutung der gefundenen Trümmerstätte ermöglichen.
131) Der württembergische Staatsanzeiger berichtet in Nr. 262 über
Ausgrabungen, welche mit Bewilligung des kgl. Kultusministeriums durch
den Landesconservator Prof. Dr. Paulus bei dem Orte Mainhardt gemacht
wurden und die Westseite und Südseite eines römischen Kastelles mit
ihren Thoren und Thüren bloßlegten, das einen Theil der Befestigung des
Limes gebildet hatte und so zu interessanten Ergebnissen führte. Die
eigentlichen Fundstücke waren zwar nicht bedeutend, da man blos an der
Umfassungsmauer grub. Doch verdienen große steinerne Kugeln, die auf
dem Boden des nordwestlichen Thurmes gefunden wurden, volles Interesse.
Wer die Grabungen selbst mitgemacht und die Fundstellen so sah, wie
sie zu Tage gekommen, konnte sich aus den Brandstellen, auf welche man
stieß, und dem Zustand der Baureste leicht in die Zeit der Zerstörung,
in die letzten Tage des Castells am Grenzwalle zurückversetzen.
132) In dem Gemeindewalde Reichhartshausen bei Miltenberg wurde eine
Römerstraße aufgefunden, welche die Richtung über Reichhartsachsen,
Reichhartshausen, Neudorf und Gotthardtsberg bei Amorbach genommen
haben soll. Durch angestellte Nachgrabungen im Reichhartshausener
Gemeindewalde fand man die Grundmauern eines Römergebäudes auf,
welches 7 m. lang und 7 m. breit gewesen sein mochte. Die Mauern
des Fundamentes sind 90 cm. dick und 70 cm. tief. Um die Mauern
des Fundamentes ist fester Lehm eingeschlagen, wodurch sich alle
Römerbauten auszeichnen sollen; wahrscheinlich geschah dieses
Beschlagen mit Lehm deshalb, damit die Feuchtigkeit vom Innern der
Gebäude abgehalten wurde. Beim Bloßlegen der Grundmauern fand man
Eisenfragmente und Nägel, was aber alles so vom Roste zerfressen war,
daß man diese Gegenstände ganz leicht zerbröckeln konnte; ferner wurden
Ziegeln und Kohlen aufgefunden. In der Nähe sollen sich noch mehr und
mitunter noch größere Grundmauern von solchen Römerbauten befinden,
die sämmtlich aufgegraben werden sollen, und man glaubt für die
Wissenschaft interressante Entdeckungen zu machen.
(Nürnb. Presse, Nr. 301.)
133) /Trier/, 24. October. Bei der Erweiterung des
Eisenbahnplanums stieß man heute, laut der „Tr. Ztg.“, oberhalb des
Stadtbaches auf einen Mosaikboden, der ein Teppichmuster bildet, wohl
erhalten ist und jedenfalls wol für das Museum gehoben werden wird.
(Nordd. Allg. Ztg., Nr 471.)
134) /Gera/, 9. November. Ein /merkwürdiger Fund/ ist beim
Grundgraben zu einem Neubau dicht hinter der Tonhalle, der Jahr’schen
Eisengießerei gegenüber, gemacht worden. Derselbe besteht aus
einem sehr fein gearbeiteten römischen Wehrgehänge aus Bronze. Wie
dasselbe hier ca. 1 m. tief in die Erde gekommen, ist ein Räthsel,
für welches freilich eine sofortige Lösung gefunden wäre, wenn man
Berechtigung hätte zu der Annahme, daß die Römer seiner Zeit -- etwa
unter Germanicus -- bis an die Ufer der weißen Elster vorgedrungen
seien. Zu gleicher Zeit wurde an der genannten Stelle eine sogenannte
Fibula, eine zum Zusammenstecken des römischen Gewandes dienende Nadel,
gefunden.
(Nordd. Allg. Zeit., Nr. 499 nach dem Naumburg. Kreisblatt.)
135) In der „Vegesacker Wochenschr.“ schreibt Herr S. A. Poppe in
Bremen: In der Sitzung des naturwissenschaftlichen Vereins zu Bremen am
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