Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) by Various
1879. 8. 211 Seiten.
2395 words | Chapter 248
Literatur.
_Neu erschienene Werke._
15) /Gießen vor hundert Jahren. Kulturgeschichtliche Bilder aus der
zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts von Dr. Otto Buchner./
Mit 1 Ansicht von Gießen aus dem Jahre 1775. Gießen, Verlag von Emil
Roth. 1879. 8. IV u. 130 Stn.
Das vorliegende Bändchen ist aus einer Reihe von Vorträgen entstanden,
die der Verfasser im Winter 1878-79 im oberhessischen Vereine für
Lokalgeschichte hielt. Die Veröffentlichung derselben, welche alle
möglichen Gebiete umfassen, ist um so dankenswerther, als aus den
Resultaten solcher Specialforschungen manche neue Gesichtspunkte für
die allgemeine Kulturgeschichte sich ergeben, deren Aufbau ja nur auf
Grund derselben möglich ist. Einige der interessantesten Abtheilungen
sind die über die Schulanstalten, gelehrten Gesellschaften, die
Universität und namentlich über das Gießener Studentenleben, das
durch seine besondere Roheit berüchtigt war. In der That beweisen die
gegebenen drastischen Beispiele, daß dieser Ruf wohlverdient war, und
daß unter den damaligen Studenten solch abscheuliche Roheiten an der
Tagesordnung waren, daß man sie heute kaum glaublich finden kann.
Als Hauptquelle für diesen Theil hat der Verfasser Friedr. Christ.
Laukhard’s (gestorben 1832 als Privatlehrer in Kreuznach) Schriften
benützt, der im Jahre 1775 als Studiosus der Theologie die Universität
Gießen bezog, „unter vielen Lüderlichen und Rohen am lüderlichsten und
rohesten“ war und in einem seiner Werke über die Studierenden selbst
bemerkte: „Schusterjungen sind heutzutage delikater und gesetzter.“
Auch die mitgetheilten Universitätsgesetze, welche natürlich nicht
beachtet wurden, geben Zeugniß von dem lüderlichen, seelenmörderischen
Leben und Treiben der Studenten jener Zeit. -- Aus dem reichen Inhalte
des Schriftchens sind noch zu erwähnen die Nachrichten über die Stadt
selbst, ihre Bevölkerung, die Stadt als Festung, über Göthe in Gießen,
die Polizei, den Luxus (Kaffee), die Gesellschaft, die Vergnügungen,
Gesundheitsverhältnisse, Phänologisches, Kirchliches, über den
Ackerbau, die Viehzucht, den siebenjährigen Krieg und die Franzosenzeit
1796 u. 1797. Enthalten diese kulturgeschichtlichen Bilder auch meist
nur wenig Erfreuliches, so werden sie doch als wahrheitsgetreue
Schilderungen aus dem Leben einer kleinen Universitätsstadt des vorigen
Jahrhunderts nicht allein bei den heutigen Bewohnern Gießens, sondern
sicher auch in weiteren Kreisen besondere Beachtung finden.
Vermischte Nachrichten.
109) /Neuwied/, 14. September. Unter der Ueberschrift: „/Ein
kulturhistorischer Fund im Neuwieder Rheinbecken/“ veröffentlicht
Herr /Kratz/ in der „Neuwieder Ztg.“ einen längeren Artikel, dem
wir Folgendes entnehmen: Der Altheck ist eine Hochebene, von geringer
Bodenerhebung vorgelagert, welche sich nach Norden in das Wied- und
Aubachthal, nach Westen und Süden in die eigentliche Neuwieder Ebene
absenkt. Den theilweisen Abhang dieser Hochebene entlang führt, von
der Neuwied-Dierdorfer Chaussee rechts abzweigend, der Gladbacher Weg.
An diesem Wege, etwa zehn Minuten von der Chaussee entfernt, liegt
die Sandsteinfabrik des Herrn Joh. Jenas aus Heddersdorf. Die Fabrik
nimmt eine ziemliche Fläche ein. Zum Theil liegt sie in der tieferen
Ebene, zieht sich dann den Abhang hinauf und dehnt sich auf der oberen
Ebene aus. Der Abhang ist bereits von seinem vulkanischen Produkte
entblößt, und der Lehm liegt zu Tage. Bei der weiteren Abräumung der
2 m. mächtigen Bimssteinschicht unmittelbar hinter dem Rande des
Abhanges zeigte sich eine besondere Bodengestaltung. Zu den Füßen
fand sich anstatt des Lehmbodens in einem kreisförmigen Bogen wieder
Bimssand vor, gering mit Lehm untermischt. Auch die an dieser Stelle
aufliegende Masse war nicht ganz bimssandrein. Es schien, als ob eine
große, kreisrunde Vertiefung mit Bimssand ausgefüllt worden sei. Die
Schichtung dieses Minerals war nicht die gewöhnliche. Zwar wurde sofort
der Versuch gemacht, die Tiefe der Grube zu ergründen. Doch dies war
vorderhand ein zu schwieriges Stück Arbeit, da erst bis zur Hälfte
des Kreises die obere Lage des Bimssandes abgetragen war. Bei jedem
ferneren Tiefereindringen stürzten von oben sich loslösende Massen
hinab. Der Boden der Grube scheint in einer Tiefe von etwa 6 m. sich
zu befinden. Der Durchmesser derselben beläuft sich auf etwa 4-1/2 m.
Kehren wir einmal zu gewissen Nachrichten römischer Geschichtschreiber
zurück, und zwar des Julius Cäsar und des Tacitus, welche beide am
sorgfältigsten über germanische Zustände sich informierten und darüber
berichteten. Julius Cäsar schreibt: „Die Germanen legen Fallgruben
an, um darin die Thiere des Waldes zu fangen.“ Tacitus erzählt uns:
„Die Germanen bauen ohne Zement und Mörtel, nur aus formlosen Klumpen,
die sie dann mit einem glänzenden Anstrich überziehen. Sie graben
Löcher in die Erde und bedecken diese mit Dünger, um ihre Vorräthe zu
verbergen. Auch suchen sie selbst darin Schutz vor der Winterkälte und
vor Feinden.“ (Die eigentlichen Wohnungen der alten Germanen befanden
sich jedoch über der Erde.) Solche Erdwohnungen hat man hin und wieder
in Deutschland gefunden, besonders in Mecklenburg und am Harze. Doch
hat man hier am Rheine bisher noch keine Spuren derselben entdeckt.
Es fragt sich nun zunächst: Ist die gefundene Vertiefung eine Bildung
der Natur oder der Menschenhand? Das Auswerfen des Bimssandes ist mit
großer Vorsicht geschehen, um das ursprüngliche Aussehen der Erdhöhlung
herzustellen. An der Lehmwand lassen sich noch deutlich die einzelnen
Spatenstiche erkennen. Die zweite Frage ist nun die: War diese
Vertiefung eine Fallgrube oder eine Vorrathskammer, bezw. Erdwohnung?
Für das Letztere spricht: 1. das Vorkommen von Holzkohlen, 2. von
Topfscherben roher Arbeit, 3. von Knochenresten und 4. ein Umstand,
welcher besonders bemerkenswerth ist. An der bloßgelegten Lehmwand,
welche ziemlich gut geglättet ist, tritt eine künstlerische Leistung,
ein Thierbild, deutlich hervor, mit einer gewissen Geschicklichkeit
entworfen, eingeritzt. Als Grabstichel mag ein harter Stein gedient
haben. Es hält nicht schwer, die Art des dargestellten Thieres zu
bestimmen, da die Hauptcontouren gut erhalten sind. Es ist die
Zeichnung eines laufenden Pferdes (in einer Größe von etwa 60 cm.).
Der Künstler muß das Thier, welches er abbildete, genau gekannt haben,
folglich muß dasselbe dem Rheinbecken heimisch gewesen sein.
(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 397).
110) In den Mittheilungen der k. k. Centr.-Commission findet sich ein
Bericht des Conservators Hraše über die im Beginne des Sommers
vorgenommene Untersuchung einer Urnenstätte in unmittelbarer Nähe
von Hohenbruck zwischen dem Náhon und Dědinabache, deren Gräber
äußerlich nicht durch Hügel erkennbar sind. Die Urnen sind in
muldenförmigen, mit Asche ausgefüllten Vertiefungen beigesetzt, über
welche sich die Humusschichte gleichmäßig ausbreitet. Sämmtliche
Urnen sind aus freier Hand hergestellt, von rothem oder grauem Thon,
einzelne mit Graphitüberzug. Bronzebeigaben fanden sich sehr spärlich;
doch sollen früher Urnen dort ausgegraben worden sein, die deren eine
reichliche Anzahl enthielten.
111) /Regensburg/, 2. Oktober. Vor einigen Tagen stieß man an
der als Nordostecke des hiesigen /römischen Palatiums/ bekannten
Stelle, bei /Ausgrabungen/ nächst der Niedermünsterschenke, auf
das feste Gefüge kolossaler römischer Quader, und bald darauf öffnete
sich ein theilweise mit römischem Schutt gefüllter, 10 m. langer
Gang, welcher, der Richtung nach der Donau entsprechend, als Kloake
gedient haben wird. Derselbe ist 1-1/2 m. hoch, 60 cm. breit, und die
Unterlage sowohl als die Seitenmauern sind, von mächtigen Steinen
ausgeführt. Auch die Decksteine sind zwischen 40 und 50 cm. dick, und
über denselben spannt sich noch eine feste Wölbung von Keilsteinen. Die
Untersuchung dieses interessanten Bauwerks führte Pfarrer Dalem aus,
der auch eine Skizze von demselben entwarf. (Deutscher Reichsanz., Nr.
238.)
112) /Trier/, 29. September. Die „Tr. Ztg.“ schreibt: Bei der
Verbreiterung des Eisenbahndammes kam an derselben Stelle, wo neulich
ein von C. Candidius Piscator in Folge einer Traumerscheinung der Dea
Hecate gesetzter Stein gefunden worden ist, neuerdings eine Ara zum
Vorschein, auf deren Vorderseite ein Löwe und ein Pfeil, auf den andern
Seiten Sol, Luna und zwei Bäume dargestellt sind; wahrscheinlich gehört
dieselbe in die Reihe der Mithrasdarstellungen. Da an eben derselben
Stelle vor einigen Jahren eine Jupiterstatue gefunden worden ist,
ferner Säulenbasen und Kapitäle, so ist es wahrscheinlich, daß daselbst
ein Tempelchen gestanden; es ist dies die erste Spur eines römischen
Tempels zu Trier.
(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 423.)
113) /Trier/, 6. September. Bei der jetzt in der Ausführung
begriffenen Fundamentierung bezw. Unterkellerung eines Neubaues
an der Neumarktstrasse hierselbst wurden, laut der „Coblenzer
Zeitung“, /römische Baureste/ von so kolossaler Dimension und
so räthselhafter Beschaffenheit aufgedeckt, wie solche kaum jemals,
abgesehen von den Ruinen an der Südallee bei St. Barbara, zu Tage
getreten sein dürften. Bei der Ausschachtung des Fundaments auf der
Südseite dieses Neubaues stieß man auf eine 6 Fuß dicke Mauer, dann
auf zwei parallel laufende, kaum 3 Fuß von einander entfernte Mauern
und zwischen diesen, in der Tiefe von wenigstens 25 Fuß unter der
Oberfläche des Bauterrains, auf einen stark überwölbten Kanal und
nach der Westseite hin auf ein großes Kellergewölbe. Auf einer Seite
zwischen den Parallelmauern hat man in der Tiefe von 30 Fuß noch nicht
das Fundament derselben erreicht. Die zur Ausführung des Neubaues
erforderliche Beseitigung dieser eisenfesten Mauerreste ist daher mit
außerordentlichen Schwierigkeiten und Kosten verbunden.
(D. Reichsanz., Nr. 217.)
114) Die in /Bergen in Norwegen/ befindliche Filialabtheilung
/des Vereins zur Bewahrung nordischer Alterthümer/ hat in diesem
Sommer, unter Leitung des Cand. J. Roß, zwei bei /Fjellberg/
belegene, in Norwegen sehr selten vorkommende, mächtige
/Hünengräber/ aufdecken lassen. In dem einen wurde weiter nichts
als Kohle gefunden, das andere ergab dagegen eine verhältnissmäßig
reiche Ausbeute an Gegenständen aus dem Eisenalter. Nachdem man
in letzteres Grab 6 Fuß tief eingedrungen war, stieß man auf eine
dicke Kohlenschicht und ca. 1 Fuß tiefer auf eine große Steinplatte,
die nicht weniger als 6-1/2 Fuß lang und 3 Fuß breit war. Nach
Fortschaffung des Decksteines fand man eine kleine Grabkammer, umgeben
von vier kleineren Steinen und angefüllt mit Kohlenstückchen und
kleinen Rollsteinen. Unter letzteren deckte man dann ein vorzüglich
erhaltenes Bronzegefäß auf, welches aus dem älteren Eisenalter
herrührt. Obenauf in dem Gefäße, nur mit einigen Knochenresten bedeckt,
lag eine Goldmünze, geprägt unter dem römischen Kaiser Gratianus,
der 383 starb. Auf dem Averse sieht man das Bild des Kaisers mit der
Umschrift D. N. GRATIANVS P. F. AVG; auf dem Reverse befindet sich
eine Darstellung der beiden gleichzeitigen Kaiser, die, auf dem Throne
sitzend, einen Globus halten. Die Umschrift lautet VICTORIA AVGG, und
darunter steht TROBT (der Prägeort). Eine kleine Oese von Gold ist an
die Münze festgelöthet, die somit als Schmuck getragen worden ist. Im
Uebrigen wurden, eine Menge Zähne und Knochen von einem Pferde, Stücke
von Steinurnen, eigenthümliche Knöpfe von Knochen, Eisenstückchen etc.
in dem Grabe gefunden.
(D. Reichsanz., Nr. 217).
115) /Wörrstadt/ in Rheinhessen. Auf einem Acker des Arztes Dr.
Rau wurden, gelegentlich der Ausgrabung eines Kellers, eine Reihe
Gräber aufgefunden, die allem Anschein nach fränkisch sind und auf
einen wahrscheinlich ausgedehnten Begräbnißplatz früherer Jahrhunderte
schließen lassen. In den Gräbern, die, regelmäßig nach der Länge und
Breite des Ackers gerichtet, in ziemlich gleichen Zwischenräumen etwa
8 Fuß unter der Oberfläche erscheinen, befinden sich Menschenknochen
in bedeutender Menge und gut erhalten, meist genau in der Lage des
Leichnams; bei ihnen liegen Waffen, Schmuck und Hausgeräthe u.
s. f. -- 5 längere und kürzere Schwerter, eine Lanzen- und eine
Pfeilspitze, Schnallen, der Buckel eines Schildes, mehrere Vasen, davon
1 vollständig erhalten, Glasstücke nebst einem äußerst zierlichen
Flacon aus feinem Glas, Perlen und Muscheln, die als Schmuck zum
Umhängen scheinen gedient zu haben, sind bis jetzt gefunden worden. Der
Besitzer, Herr Dr. Rau, bewahrt diese antiken Fundstücke.
(Correspond.-Bl. d. Ges.-Ver. d. d. Gesch.- u. Alt.-Ver.,
Nr. 7. u. 8.)
116) Einer der originellsten alten /Kirchthürme/ in der hessischen
Provinz Starkenburg, zwischen Rhein und Main, ist in diesen Tagen
der Vernichtung anheimgefallen. Wer mit der Bahn von Frankfurt nach
Darmstadt gefahren ist, dem wird von den zahlreichen Orten zu beiden
Seiten besonders /Langen/ aufgefallen sein wegen seines mit
hohem, spitzem und von vier Eckthürmchen umgebenen Dach versehenen
Kirchthurms, der mit einem alten Mauerthurm malerisch die Häuser
überragte. Archäologisch war der Thurm auch interessant durch das
untere Geschoß, welches noch der romanischen Zeit entstammte und dessen
aus kleinen, Backsteinen gemauerter Rundbogenfries wegen der Frühzeit
des Vorkommens dieser Steine im Mittelalter überraschte. Dieser Thurm,
vor welchem wol, wie man in Langen wußte, die Stätte war, auf der
König Ludwig der Bayer das Dreieicher Weisthum abhörte, dieser Zeuge
einer großen Vergangenheit, ist jetzt, ebenso wie die alte, übrigens
nicht merkwürdige Kirche, abgetragen worden, um Raum für den Neubau
einer großen Kirche zu gewinnen, die eben so gut an einem andern Orte
hätte stehen können. Die Behörden, namentlich das Oberconsistorium in
Darmstadt, haben ihre Schuldigkeit gethan, aber die Gemeinde setzte
ihren Willen durch. Eine kleinere Gemeinde in der Nähe, Wixhausen,
war vor mehreren Jahren mit besserem Beispiele vorangegangen, indem
sie ihren romanischen Thurm mit altem Satteldach, den Bauverständige
zum Abbruch bestimmt hatten, mit Hülfe desselben Oberconsistoriums
erhielt. Wann endlich wird die Gleichgültigkeit gegen die Monumente der
Vergangenheit in deutschen Gemeinden besserer Erkenntniß weichen?
(Daselbst.)
117) Die k. k. Centr.-Commission f. Kunst- u. hist. Denkm. hat, wie
eine Mittheilung berichtet, zur Restauration der St. Annakirche in
Pöggstall einen Betrag von 200 fl. gewährt. Von anderer Seite sind
Bauholz und Dachziegel in Aussicht gestellt, und sollen die übrigen
nöthigen Mittel durch eine Sammlung aufgebracht werden.
118) Dieselbe Commission hat dem k. k. Unterrichtsministerium eine
Restauration für die Barbarakirche in Kuttenberg unterbreitet, deren
Ausführung auf mehrere Jahre zu vertheilen wäre.
119) In der Absicht, die große Kirche zu Mödling bei Wien einer
stilgemäßen Restauration zu unterziehen, hat sich daselbst ein
Verein gebildet, welcher nun, nachdem bereits ein von Prof. J. Klein
gezeichnetes großes Fenster die Kirche ziert, ein zweites solches zur
Ausführung bringen will.
120) Der Stadtrath zu Kuttenberg hat die Absicht, das berühmte
steinerne Haus daselbst gründlich restaurieren zu lassen, und es sind
deshalb zunächst Aufnahmen des Gebäudes gemacht worden, und hat eine
genaue Untersuchung stattgefunden, um die Willkürlichkeiten der 1829
vorgenommenen Restauration festzustellen.
121) Ueber den Fortgang der Restaurationsarbeiten am St.
Stephansdom zu Wien berichtet das 3. Heft der Mittheilungen der
k. k. Centr.-Commission f. Kunst- u. hist. Denkm., daß die beiden
Façadethürme rasch ihrem Abschlusse entgegengehen; auch die Abrüstung
des alten Halbthurmes macht Fortschritte. Im Innern wird an der
Wiederaufstellung der alten gothischen Kanzel gearbeitet.
122) /Prag./ Die Reconstruction des alten Kleinseitener
Brückenthurmes naht ihrer Vollendung; nur die Nischen der beiden
Fronten werden noch mit Maßwerken versehen, und zwar in der Weise,
wie dies bei dem Altstädter Brückenthurme durchgeführt worden
ist, was dem ganzen Thurme zur besonderen Zierde dienen wird. Der
Aufwand für diese Maßwerke in der Summe von 600 fl. wird aus der
vom Stadtverordneten-Collegium für die Reparatur der Karlsbrücke
bewilligten Dotation gedeckt werden. Eine besondere Commission von
Sachverständigen wird ferner erheben, welche weitere Reparaturen an
der Karlskirche, insbesondere an den Parapets längs des Trottoirs
und an einigen Statuen nothwendig sind. Die Statuen, welche als
derart schadhaft befunden werden, daß dieselben zu einer Renovierung
untauglich erscheinen, werden beseitigt und durch entsprechende
ersetzt. Bei dieser Commission werden auch die Herren Architekten Baum
und Mocker intervenieren.
(Oesterr. Kunst-Chronik, Nr. 10.)
123) Jene überlebensgroße Holzstatue der Mutter Gottes mit dem Kinde,
welche, aus dem Stifte zu Limburg a. d. H. stammend, dem Beginne des
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